Informationen

Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten

Informationen zum Projekt

WAS IST DAS PROJEKT „ORTSMITTEN – GEMEINSAM BARRIEREFREI UND LEBENSWERT GESTALTEN“?

Im Rahmen des ressortübergreifenden Impulsprogramms für den gesellschaftlichen Zusammenhalt „Na klar, zusammen halt …“ der Landesregierung Baden-Württemberg wurde das Projekt „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ initiiert. Konzipiert wurde das Projekt durch das Ministerium für Verkehr (VM), das Ministerium für Soziales und Integration (SM) und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR). Auf Landesebene wird das Projekt Ortsmitten vom Bereich Neue Mobilität der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) koordiniert.

Der öffentliche Raum hat durch den zunehmenden Verkehr seine Kernfunktion als sozialer, kultureller, öffentlich und vielfältig nutzbarer Raum eingebüßt. Insbesondere im Ländlichen Raum, aber auch in peripheren Stadtteilen fehlt es vielen Kommunen häufig an attraktiven, einladenden und barrierefreien Ortsmitten mit unterschiedlichen Funktionen, die ein Gemeinschaftsgefühl aufkommen lassen. Vielmehr sind sie durch nicht mehr zeitgemäß gestaltete Aufenthaltsflächen, funktionale Mängel und Lärm gekennzeichnet oder fehlen schlichtweg. Diese Entwicklung möchte das Projekt durchbrechen.

Das Projekt liefert einen richtungsweisenden Beitrag, bis 2030 insgesamt 500 lebendige und verkehrsberuhigte Ortsmitten im Land zu schaffen, denn Ortsmitten haben das Potenzial, Begegnungsorte zu sein und so als Ausgangspunkte einer gelebten Gemeinschaft den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Unter Begleitung der Fachbüros Planersocietät und pesch partner architekten stadtplaner GmbH erstellen kommunale Akteure in 20 baden-württembergischen Kommunen Planungsleitbilder für lebenswerte Ortsmitten. Dabei setzt das Projekt stark auf eine aktive Bürgerbeteiligung, um insbesondere die Vorstellungen und Bedürfnisse der Bürgerschaft im Transformationsprozess berücksichtigen zu können. Das Projekt „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ war grundsätzlich für alle Kommunen offen. Vorzugsweise richtete sich das Projekt aber an kleine Kommunen im Ländlichen Raum, in denen Defizite hinsichtlich der Aufenthaltsqualität, der Barrierefreiheit, der Nahversorgung, Freizeitgestaltung, des Angebots von sozialen Einrichtungen oder der Erreichbarkeit mit Fuß- und Radverkehr bestehen. Aber auch größere Kommunen mit peripheren Stadtteilen konnten sich bewerben, wenn sie Aufwertungsbedarf bei ihren Ortsmitten sehen.

Auf dieser Grundlage wurde neben 19 weiteren Kommunen auch die Stadt Aalen mit dem Ortsteil Waldhausen im November 2020 durch eine Jury ausgewählt und darf Teil dieses Projekts sein. Die Jury setzte sich aus Vertreter:Innen der kommunalen Spitzenverbände, aus dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (VM), dem Ministerium für Soziales und Integration (SM) und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) sowie der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) zusammen.

WIE LÄUFT DAS PROJEKT IN AALEN-WALDHAUSEN AB?

Mit einer Auftaktveranstaltung auf Landesebene wurde das Projekt Ende 2020 in Stuttgart eröffnet. Auf kommunaler Ebene startete das Projekt Anfang 2021 mit vorbereitenden Arbeiten und einem Auftakttermin. Mit Hilfe des sog. Ortmitten-Checks (Stärken-Schwächen-Analyse) machte sich das beteiligte Fachbüro Planersocietät vor Ort einen Eindruck von Waldhausen. Als erster von drei Beteiligungsbausteinen steht nun dieser Online-Dialog an. In enger Abstimmung mit der Stadt werden für die ausstehenden Beteiligungsformate aus einem breiten Spektrum planende (z. B. Workshops), analysierende (z. B. Ortsbegehungen) oder aneignenden (z. B. temporäre Spielwerkstatt) Formate ausgewählt und durchgeführt. Diese werden unter anderem auf der Grundlage der Ergebnisse aus diesem Online-Dialog an die ortsspezifischen Herausforderungen in Waldhausen angepasst und weiterentwickelt.

Ziel des Projektes ist es, die Kernfunktion der Ortsmitten als sozialer, kultureller, öffentlich und vielfältig nutzbarer Raum zu stärken – etwa indem die Verkehrsverhältnisse verbessert, der Lärm verringert und die Barrierefreiheit erreicht werden. Dabei wird ein breiter gesellschaftlicher Konsens für den Umbau des öffentlichen Raumes angestrebt. Im Zuge des Projekts sollen insbesondere Zielgruppen aktiviert werden, die bei Diskussionen um die Gestaltung öffentlicher Räume häufig unterrepräsentiert sind. Um sachgerechte Diskussionen zu unterstützen und die Änderungsbereitschaft zu vergrößern, werden im Rahmen des Planungs- und Beteiligungsprozesses mögliche Umgestaltungen der Ortsmitten durch die beteiligten Fachbüros visualisiert z.B. in Form von Vorher-Nachher-Darstellungen. Zum Abschluss der kommunalen Bearbeitung werden in den jeweiligen kommunalen Gremien (z.B. Ausschuss, Gemeinderat) Maßnahmenvorschläge vorgestellt. Während der Projektlaufzeit wird u.a. auch ein Erfahrungsaustausch mit anderen Modellkommunen organisiert. Aus den gesammelten Erfahrungen des Projekts wird in weiteren Schritten ein Leitfaden für andere Kommunen entwickelt. In den Kommunen sollen dann unter Nutzung von weiteren Fördermöglichkeiten (wie z.B. dem LGVFG) erste Maßnahmen umgesetzt werden.

WO GIBT ES NOCH MEHR INFORMATIONEN?

Projektkoordination:
Logo nvbw
Ausführende Fachbüros:
Logo Pesch Partner
Logo Planersocietät